Freitag, 27. November 2009

Border Crossing, Part II

Heute sind Steffi und ich nach Mexiko gefahren, während Annalena den Vormittag am Hafen in San Diego verbracht hat... Ging ganz problemlos mit der Tram bis zur Grenze. Dort angekommen natürlich mal wieder typisch amerikanisch keine Schilder, da es offensichtlich angeboren ist zu wissen wo man hingehen muss...
Ich hab dann todesmutig zwei Polizisten angesprochen, die sich (das Gefühl hatte ich jedenfalls) schon über uns lustig gemacht haben, weil wir da so planlos rumstanden, gefragt wo wir langgehen müssen und dann waren wir auch irgendwann auf der Fußgängerbrücke Richtung Mexiko ("around the building" hieß bei den beiden auch "ins Gebäude rein" - das haben wir erst kapiert, als wir festgestellt haben, dass an beiden Gebäudeenden ein Zaun ist haha)...U-Turn to USA, das ist doch mal ne simple Anweisung...Hier der tolle Grenzübergang. Insgesamt ein absoluter Oberwitz: keine Passkontrolle, keine Polizei, gar nichts, nur zwei Drehkreuze. Die lassen anscheinend jeden in ihr Land...
Wir sind dann zu Fuß Richtung Tijuana Downtown gelaufen (war nur 1km oder so) und waren dort hauptsächlich in ein paar Gassen mit Souvenirs, Kunsthandwerkskram und so unterwegs.
Abgefuckte Grenzstadt halt, nicht sonderlich spannend ;) Abends geht es da glaub ich total ab mit Drogen, Prostitution etc., aber tagsüber war alles total harmlos, auch wenn vorher einige Leute gesagt haben, dass es ja sooooo gefährlich sei. Den Eindruck hatte ich überhaupt nicht.Erkennt man auf dem Bild leider nicht so gut, aber es gab zwei als Zebra angemalte (!) Esel für die dummen Touristen zum Fotos machen... (ich hab das Foto ja nur inoffiziell gemacht, also zähl ich mich nicht dazu ;))
Bei mexikanischen Krippen ist der Jesus auch schon etwas ausgewachsener übrigens ;)
Interessanterweise gab es auch ganz viele Bilder, Armbänder etc. mit nem Bild von Papst drauf. Allerdings mit dem Alten (wie lange ist der tot???), scheinen wohl keine Verkaufsschlager zu sein...
Das pinke Pferd hier aus Papier fand ich übrigens auch sehr faszinierend... Hab es aber natürlich nicht gekauft (dafür aber andere Dinge und -Applaus bitte- ich habe mein Spanisch rausgekramt und mit den Verkäufern Preise ausgehandelt usw.... Dabei habe ich dann aber auch festgestellt, dass ich mich ab Januar dringenst an meine Bücher setzen muss, sonst wird das nächstes Semester nix)
Nachdem wir ein paar Stunden durch Tijuana gebummelt sind (viel mehr als Essen, einkaufen und sich betrinken kann man dort nicht), sind wir dann am frühen Nachmittag wieder Richtung USA aufgebrochen. Hier sieht man im Hintergrund bereits die Schlange für die Grenzkontrolle, insgesamt standen wir ca. 35 Minuten an (waren bestimmt 400m)...
Der Grenzübergang an sich war dann auch eher lächerlich. Massenabfertigung in einem bahnhofshallenmäßigen Gebäude. Gerade im Vergleich zum Übergang in Kanada ein Witz ("Was haben Sie in Kanada gemacht? Wann ist Ihr Studium zu Ende?" etc.), keine einzige Frage, nur Scannen des Passes und das war es. Dafür, dass alle gesagt haben die Grenze wäre so krass bewacht und ohhh böse und ohhh total heftig, war das echt lahm...
Alles in allem ein gelungener Ausflug und ich würde einfach nicht auf diese "Tijuana ist sooo gefährlich"-Panikmache hören (abends ist das wahrscheinlich anders, aber tagsüber alles kein Thema).

Hier noch ein Bild aus unserem Hostel, ist echt ganz niedlich und vor allem die Badezimmer sind erstaunlich sauber (nur die Betten wie gesagt eher nicht ;))
Nachmittags waren wir dann zur Stärkung erstmal beim Asiaten um die Ecke (mmmmh lecker Pad Thai mit Tofu) und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben kalten grünen Tee getrunken (das natürlich Gelbe da auf dem Foto), da ich vergessen hatte hot green tea zu bestellen (hätte ich nicht gedacht, dass grüner Tee auch nicht-hot sein kann).
Danach ging es dann zum Old Town, State Historic ParkHatte mir mehr darunter vorgestellt, war im Prinzip nur ne Ansammlung von "alten" (amerikanischt alt eben) Häusern in denen teilweise kleine Shops (Seife, Leder, Bücher etc. ganz nett eigentlich) untergebracht waren... Es gab auch ein altes Schulgebäude, das aber leider geschlossen war (nur deswegen sind wir da hingefahren, gutes Timing).
Nach Sonnenuntergang war es aber noch sehr nett und hatte einen echten Dorfcharakter mit Restaurants, Bars und Musik.
Es gab auch einen tollen Weihnachtsbaum, der mich als Vogel-Liebhaber echt begeistert hat ;)
Und Weihnachtsdeko im mexikanischen Grenzgebiet sieht hier übrigens so aus:

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